Der Ort aus dem Schulbuch

IMG_1930 IMG_1946 IMG_1982 IMG_1999 IMG_2037 IMG_2060 IMG_2063Das ist Auschwitz zuerst einmal – der Ort, von dem ich die Bilder, die Bücher und die Berichte kannte. Seit heute kenne ich den Ort selbst. Schon am Morgen, beim Frühstück war es eine unbeschreiblich gespaltene Stimmung, in der ich mich befunden habe. Der Fußweg zur Gedenkstätte ging durch wieder durch einen Teil Oswiecims, mitten durch eine normale Kleinstadt, mit ihren kleinen Häusern und den Hochhäusern, die zum Teil (sehr schön) bemalt sind. Verwirrend harmonisch für so einen Ort – aber auch hier gibt es ein Leben neben dem Gedenkstättenbetrieb.
An der Gedenkstätte angekommen, empfing uns unsere Guide und wir betraten das Gelände. Durch das Empfangshaus durch, auf den Platz vor dem berühmten Schriftzug „Arbeit macht frei“. Die Doppelreihe Stacheldrahtzäune, früher unter Strom gesetzt, dahinter die ersten Gebäude: Die Lagerküche, Baracken.
Es ist, wie in einer nachkolorierten Fotografie gelandet zu sein, nur in echt. Ich gehe über den echten Boden, ich bin vom Betrachter zum Besucher geworden. Zuerst besichtigen wir Ausstellungen im Inneren der Baracken, ich begegne mir bekannten Fotografien, aber auch unzähligen Dokumenten, die von der perversen Genauigkeit zeugen, mit der hier 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden. Listen. Für alles und jeden, als wären es Klassenlisten – aber es sind Listen, die aufführen, welche Menschen erschossen werden sollen. Stellenweise, vor einzelnen Ausstellungskästen, sich über die Länge eines Raumes erstrecken, gefüllt mit Haaren der Menschen oder Prothesen bin ich mehr als sprachlos. Meinen Zustand kann ich nicht wirklich beschreiben, es ist nicht wirklich in Worte zu fassen.
Die Führung geht weiter über das Gelände, ins Lagergefängnis und über den Appellplatz, hin zu einem der Krematorien. Dort, in der Gaskammer dauert es, bis ich realisiere, wo ich stehe und es packt mich wiederum, den Weg aus der Gedenkstätte und zur Jugendherberge bin ich definitiv stiller als sonst, ich brauche Zeit, die Eindrücke der letzten vier Stunden zu verarbeiten.

Bild 1: Eingangsgebäude (rechts) und Lagerküche (links)
Bild 2: Schriftzug über dem Eingang
Bild 3: Blick aus einem Barackenfenster
Bild 4: Prothesen 
Bild 5: Eine Besuchergruppe vor der Wand, an der Häftlinge erschossen wurden
Bild 6: Der abgetrennte Bereich des Lagers (links) und das Lager (rechts)
Bild 7: Die Gaskammer im Krematorium

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