Sonntagsschnipsel, Element of Crime und Hermeneutik

In der Küche droht die Waschmaschine mal wieder, im Schleudergang abzuheben. Es regnet. Alles, was ich vor meinem Umzug über das Wetter in Münster gehört hatte, für ein Gerücht haltend habe ich die Kartons vor mehr als einem halben Jahr gepackt und ins Familienauto gestopft. Manche Gerüchte sind doch wahr, die Februartage mit Sonne kann ich aufzählen, sie haben mich daran erinnert, dass ich einen Schatten habe, dass abgas-dreckig-weiße Fassaden in der Sonne eine gelb-goldene Lasur bekommen. Element of Crime haben Recht, freu dich nicht zu früh. Semesterferien sind wie Sommerferien ohne Sommer: Vorgenommene Dinge werden durch „ich wollte doch schon lange mal wieder“-Ideen stundenweise nach hinten verschoben, diese wiederum durch liegen und Filme. Eigentlich mag ich keine Liebesfilme, steckt man die Darsteller_innen in Kostüme, kombiniert das Ganze mit Literatur und lässt dem Schauspiel in einer Reihe von fast winterlosen Jahren seinen Lauf mag ich es doch irgendwie. Ausnahmen bestätigen die eigenen Prinzipien. Ich schaue die Sendung mit der Maus und höre Fehlfarben, Erinnerungen an klein-sein daheim. Lieder, deren Refrains ich in klein grinsend „mitgesungen“ habe und jetzt, ein paar Jahre vom Text her verstehe. Nicht mehr im elterlichen Wohnzimmer, sondern am Schreibtisch, Laptop auf „Glauben, Fragen, Denken“. Tulpen stehen an beiden Orten, sehr zur Freude der zum jeweiligen Ort gehörenden grauen Katze. Die Postkarte an der Lampe postuliert, zu den angenehmen Seiten des Lebens zu gehören, mit Blick auf die Gesamtsituation ist ihr zuzustimmen. Es sind Ferien und Sonntag, die beste Gelegenheit für das öffentliche Sammeln von Gedankenschnipseln. Und wieder schiebt ein „ich wollte doch schon lange mal wieder“ alles andere nach hinten.

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